Archiv der Kategorie: Aktuelles

Character Design: „O9000“

Character Design aus Schrott: Impressionen vom Zwischenstand des Kampfroboters aus „Der Tod des Filmemachers“. Der Künstler Andreas Weingärtner setzt die Figur vollständig aus vorhandenen Metallteilen zusammen, die von ihm in mühseliger Kleinarbeit ausgebaut, sortiert und zusammengefügt werden. Wir freuen uns sehr darauf den Roboter in vollständiger Montur in Bewegung zu setzen!
robo1 robo2 robo3

Dreharbeiten 04: Behind the Scenes Timelapse Werkstatt

Behind the scenes: Fredelius hat den Kopf seines Schöpfers erklommen. Der Shot hat 373 Einzelbilder und war schwierig im Aufbau. Wir hatten eine Kreisfahrt von 2,5m abzufahren. Dabei waren ein Rollbrett für Paletten zusammen mit einem, zum Drehteller umfunktionierten, Bürostuhl unsere treuen Verbündeten. Während der Shot voll im Gange war, kam die Band Modern Days und hat im Nachbarzimmer geprobt. Philipp und ich konnten uns nur noch schreiend verständigen.

Dreharbeiten 01

Wir haben letzte Woche mit den Dreharbeiten begonnen und die ersten 50 Sekunden des Films sind bereits im Kasten. Fredelius erkundet die Werkstatt des Filmemachers. Es funktioniert sehr gut: Die austauschbaren Münder geben Fred einen unverwechselbaren Ausdruck, die Puppe sorgt für natürliche Bewegungsformen und durch das Licht und Kamera erstrahlt alles in einem cineastischen Glanz.
vlcsnap-2016-02-02-10h01m39s103

Die zufällige Begegnung von Geschirrspüler und Radiowecker auf einem Animiertisch

Wir blicken aus dem Fenster, unter welchem die Hauptstraße Richtung Mainz Mombach verläuft, und sehen Industrie. Resedagrüne Tanks stehen wie Spielzeuge drappiert nebeneinander und ragen in die Nacht. An den runden Seiten dieser übergroßen Zylinder, findet ein systematisches Gewirr aus verchromten Rohren Halt, an ihnen wiederum unser schweifender Blick. Wir hangeln uns von Kessel zu Kessel, über diverse Silos und Kästen hin zu einem Gebäude aus gelbem Sandstein, das die Mehrzahl jener silbernen Linien empfängt. Unser Blick klettert mit ihnen zusammen auf das Dach, auf welchem eine skurile Collage weiterer Behältnisse, verschiedenster Trichter und Schläuche thront. Was so verwachsen, nur einen Steinwurf weit entfernt, vor uns emporrankt, und von einer verwitterten Mauer aus rotem Backstein nahezu drollig umfriedet wird, ist die auf Methanol-Derivate spezialisierte Chemiefabrik, mit heutigem Namen Ineos-Paraform, deren Bestehen auf das Jahr 1865 zurückzuführen ist.

ineos-paraform-totale_

 

Im Hintergrund dieses ungetümen Konstruktionsmachwerks, stehen qualmend die Schornsteine des Glasfabrikanten Schott und blasen die Hitze schmelzenden Sandes in den Himmel. Kurzum ein Ort der Arbeit samt seiner Ästhetik liegt ausgebreitet vor uns. Unser Blick kehrt zum Vordergründigen zurück und folgt nun den zwei, im Umfang und Glanz auffälligsten aller versammelten Edelstahlrohre: an verrosteten Kesselwagen vorbei, die auf alten Schienen vergeblich auf ihre Befüllung warten, entwinden sie sich dem restlichen Knäuel, gleiten über einen großen Vorplatz und beugen sich, wie zum Schulterschluß, über die einsame Bushaltestelle Mainz Phönixhalle hinweg, zu uns herüber. Auf dieser Seite der Straße liegt die „Alte Waggonfabrik“. Bereits im 19. Jahrhundert als Industriefläche angelegt, funktioniert das Gelände heutzutage als Gewerbepark, auf welchem mittelständische Betriebe, Zolldepots, Veranstaltungshallen, sowie Ateliers und Musikstudios ihren Sitz haben. Dieses freudige Miteinander jedoch hat einen langen Weg hinter sich, Eisenbahnwaggons sind ein kleiner Teil davon.

Das Treppenhaus in welchem wir soeben stehen, gehört zum ehemaligen Verwaltungsgebäude dieses Geländes und aus dem alten PVC, das seit den 1950er Jahren nicht gewechselt wurde, strömt jedem Besucher, bei jedem Schritt der sonderbare Geruch deutscher Nachkriegsgeschichte entgegen. Grund ist die Indienstnahme, dieser weitgehend vom Kriegswüten verschonten Lokalität durch die Amerikanischen Streitkräfte, welche bis in die frühen 1990er Jahre vor Ort die größte, außerhalb der Vereinigten Staaten stationierte Panzerfabrik unterhielten.

In: www.usarmygermany.com/units/ordnance/usareur_mainz od.htm

Die zuständige Kommandantur also, schritt in gewohnt militärischer Gelassenheit über eben jenes PVC auf dem wir als Nachmieter unserem Tagesgeschäft nachgehen. Die Bezeichnung Waggonfabrik bleibt angesichts dieser Historie als blanker Euphemismus stehen. Heute vibrieren die Wände im Takt elektronischer Beats, sowie dem Lärm unserer Bohrmaschinen, Kreisägen und Hammerschläge; gleich mehrere Musikstudios sind neben unserer Stop-Motion Werkstatt in den ehemaligen Funktionärbüros fest installiert.

Der dunkle, von der Decke rieselnde Ruß in einer benachbarten Halle, in welcher die LEGO Group bis vor kurzem den mitteleuropäischen Hauptsstandort für Messebedarf führte, sorgte für aufwändige Abdeckarbeiten der Lebensgroßen LEGO-Plastiken. Es war der Produktionsschmutz, der sich bei der Herstellung von Panzerteilen an den Wänden abgelagert hatte.

fenster-empore

Umständen wie diesen sind wir nicht ausgesetzt, im Gegenteil, der Geist dieser Räumlichkeiten, kommt jedem einzelnen Projekt entgegen, nur dass die Disziplin der heutigen Nutzer dieser Schaltzentrale einem pazifistischen Dienst verpflichtet ist, der Kunst.

Es stellt sich die Frage, welch anderer Ort als geeigneteres Arbeitsumfeld einem Projekt mit diesen Ambitionen gerechter werden könnte, als eine ehemalige Panzerfabrik – in welchem philosophische Dilemmata über Schöpfung, die Determination von Gut und Böse, sowie Fragen nach der eigenen Existenz und des eigenen Willens zur Debatte gestellt werden. An welch anderem Ort wäre es plausibler, dass der Protagonist Fredelius von einer unbestimmten Kraft zum Leben erweckt wird und eine abenteuerliche Heldenreise auf der Suche nach Antworten auf eben diese elementaren Fragen beginnt?

setbau-gegenstände-transformation

So wird das Setting des Films zum Spiegel der Umgebung in der wir uns befinden, und umgekehrt, wir bauen im Kleinen nach, was uns als Großes umgibt. Eine Schurkenbasis die hier als Set gebaut wird, betritt fraktale Dimensionen, sowie sie selbst aus ihnen entspringt: Jeder Erholungsspaziergang über das Gelände wurde dank der vielen Abfallcontainer zu einem großangelegten Akt des dumbster-divings: was sich tragen ließ, wurde zurück in der Werkstatt nach dem Prinzip des upcyclings zu einem neuen Bestandteil des production design. Wie Phönix aus der Asche, bekam als solcher deklarierter Abfall, eine neue Funktion, eine neue Identität.

Anstatt Gegenstände originär nach realem Vorbild aufwändig herzustellen, restaurierten und modifizierten wir Müll und Schrott nach unserem Gusto. Wir haben Geschirrspülmaschinen, Kaffeevollautomaten, Radios, Mixer und Computer ausgeschlachtet und die einzelnen Teile in eine neue Form und ein neues Gefüge gebracht, deren neues Antlitz den Look des Filmes und dessen Immersion in eine nichtgeahnte Ästhetik bringen wird.

emporenseite-mit-tanja-und-chris-work-in-pogress

Zwischen den Schenkeln der uns umgebenden Industrie eingeklemmt, bisweilen eingekesselt, versuchen wir das höchstmögliche Maß an Inspiration herauszupressen. Die Bauphasen sind weit fortgeschritten, sodass die eigentliche Filmarbeit in Bälde begonnen werden will.

Hochachtungsvoll
Die Kommandantur von

DER TOD DES FILMEMACHERS

Text: Philipp Ulita
Fotographie: Regine Koch, Cornelius Koch

Abgedreht! – Spielfilmsequenz im Kasten

In den letzten Monaten war es etwas ruhiger auf unserer Homepage, doch dafür wurde in der Werkstatt umso mehr gearbeitet. Es war und ist viel zu tun. Täglich verbringt das Team von „Der Tod des Filmemachers“ mehrere Stunden damit, die vielen kleinen kreativen Baustellen zu Ende zu bringen.

In der letzten Woche gab es dann besonders viel zu tun. In der Werkstatt haben wir ein Filmset für den Dreh der Spielfilmsequenz mit unserem Schauspieler Mika Metz eingerichtet. Noch bis Sonntagabend wurde dem Set der letzte Schliff gegeben, bevor wir dann am Montag mit dem Dreh begonnen haben.

Zwei volle Drehtage liegen nun hinter uns. Wir blicken stolz zurück und sagen: Es war großartig!

Hier ein paar Eindrücke:

DTDF-06499 DTDF-06516DTDF-06502 DTDF-06510 DTDF-06508 DTDF-06506

 

Und auch die Puppe des toten Filmemachers hat endlich ihren Weg zu uns gefunden. Unsere Maskenbildnerin Ina Chochol hat ihr hier vor Ort in Mainz noch das passende Make-Up verpasst und das Ergebnis kann sichwirklich – zum Verwechseln ähnlich – sehen lassen:

DTDF-06558

Wir bedanken uns bei unserer tollen Crew, die in den letzten drei Tagen alle Strapazen auf sich genommen haben, um das Beste für den Film herauszuholen. Und natürlich wieder mal ein Danke an unsere Fans und Unterstützer, die unser Schaffen erst ermöglichen.

Vielen, vielen Dank!

Liebe Grüße,

die Crew von „Der Tod des Filmemachers“

dtdf-teamfoto-realfilmdreh

Wir haben bald eine Leiche im Keller

Wie im Pitchvideo unser Crowdfunding-Kampagne bereits zu sehen war, haben wir für „Der Tod des Filmemachers“ einen Maskenabguss unseres Schauspielers Mika Metz angefertigt. Warum wir das gemacht haben, haben wir euch aber bisher noch nicht verraten. Das wird jetzt nachgeholt! 🙂

Es gehört zu Geschichte von „Der Tod des Filmemachers“, dass der Filmemacher während der Arbeiten an seinem Animationsfilm in seiner Werkstatt stirbt. Die Animationspuppen erwachen darauf zum Leben und entdecken die Leiche ihres Erbauers. Es ist für den Film also nötig, Bilder zu schießen, bei denen Puppen mit einer Höhe von etwa 20 Zentimetern vor oder auch auf einer lebensgroßen Leiche stehen.

Natürlich lassen sich diese Bilder drehen, indem der Darsteller des toten Filmemachers in seiner Sterbeposition verharrt. Da wir allerdings sehr viele Einzelbilder schießen müssen, – immerhin handelt es sich bei diesem Film um 12,5 Bilder die Sekunde – wäre es von jedem lebenden Wesen zu viel verlangt, über Tage und Wochen in gleicher Haltung und Position zu verharren. Wir brauchen also ein wirklich totes Wesen: Eine Puppe. Und genau da kommt der Maskenabguss ins Spiel.

Wir sind sehr froh, mit unserem Darsteller Mika Metz ein wahres Charaktergesicht gefunden zu haben. Bisher gab er sein Gesicht vor allem für Figuren des Horrorfilms („Die Boten des Todes„, „The Curse of Doctor Wolffenstein„). Und das zu Recht: Wenn Mika das Monstrum mimt, brennt sich das Gesicht des Bösen schnell in die Netzhaut seiner Zuschauer. Auch in „Der Tod des Filmemachers“ wird Mika seinen unverwechselbaren Gesichtsausdruck der Rolle des Filmemachers leihen. Und weil ein markantes Gesicht wie das Seine einen hohen Wiedererkennungswert hat, muss die Puppe des toten Filmemachers dem Kopf von Mika zum verwechseln ähnlich sehen.

Die Puppe baut die professionelle Maskenbildernerin Ina Chochol. Wie der Kopfguss abläuft und wie so etwas aussieht, könnt ihr den folgenden Bildern entnehmen.

SONY DSC SONY DSCDSC02173 DSC02175 DSC02178 DSC02179 DSC02184 DSC02185 DSC02196 DSC02201 DSC02208 DSC02234 DSC02247 DSC02265

Es wurden auch keine Kosten und Mühen gespart, um ebenfalls einen Abguss von Mikas Händen anzufertigen. Die Replikation dieser ist für die Puppe nötig, da in manchen Bildern eine Hand zu sehen sein wird. Auch diese darf Haltung und Position im Laufe der Dreharbeiten natürlich nicht verändern.

DSC02271 DSC02272 SONY DSC DSC02320

Und hier das Ergebnis des langen Stillhaltens:

11054310_910437885664310_8390302949807603208_n

11193356_910437892330976_8141032321741416863_n

29

Wirklich täuschend echt. Fehlen nur noch die Kopfhaare und der Bart. Jetzt haben wir eine Leiche im Keller.

Das Team von „Der Tod des Filmemachers“ wünscht euch – bis auf Weiteres – ein schönes verlängertes Wochenende! Bis bald!

(Vielen Dank für die Fotos an Thomas Rößler)

Crowdfunding-Kampagne erfolgreich beendet

Liebe Fans, Unterstützer und Freunde von „Der Tod des Filmemachers“,

die Finanzierungsphase unserer Crowdfunding-Kampagne auf Startnext ist offiziell abgeschlossen! Vielen Lieben Dank! Wir haben es geschafft!

Ein besonderer Dank geht natürlich an unsere Co-Produzenten GOLEGO und INDIEVISUALS.DE. Ihr alle habt es möglich gemacht, dass der Film in einer ganz anderen Qualität hergestellt werden kann. Fredelius gefällt das!

Wir wünsche euch, bis auf weiteres, einen wundervollen Tag.
Cornelius & Fredelius

Fredelius im Radio – RPR1 zu Gast in der Mainzer Werkstatt

Heute Morgen durften wir eine Reporterin vom Radiosender RPR1 in der Werkstatt begrüßen. Die Rundfunkanstalt für Rheinland-Pfalz ist auf „Der Tod des Filmemachers“aufmerksam geworden und berichtet vom Drehort in Mainz inklusive Interview mit Regisseur Cornelius Koch.

RPR1

Der Beitrag ist hier anhörbar:

Auf der Webseite des Radiosenders sind weitere Infos abrufbar:
http://www.rpr1.de/news/510850/mainzer-filmstudent-sucht-sponsoren

Wir wünschen euch bis auf Weiteres einen schönen Tag! 🙂