Archiv der Kategorie: Insides

Einblicke in die Vorproduktion und der Animation

Wir haben bald eine Leiche im Keller

Wie im Pitchvideo unser Crowdfunding-Kampagne bereits zu sehen war, haben wir für „Der Tod des Filmemachers“ einen Maskenabguss unseres Schauspielers Mika Metz angefertigt. Warum wir das gemacht haben, haben wir euch aber bisher noch nicht verraten. Das wird jetzt nachgeholt! 🙂

Es gehört zu Geschichte von „Der Tod des Filmemachers“, dass der Filmemacher während der Arbeiten an seinem Animationsfilm in seiner Werkstatt stirbt. Die Animationspuppen erwachen darauf zum Leben und entdecken die Leiche ihres Erbauers. Es ist für den Film also nötig, Bilder zu schießen, bei denen Puppen mit einer Höhe von etwa 20 Zentimetern vor oder auch auf einer lebensgroßen Leiche stehen.

Natürlich lassen sich diese Bilder drehen, indem der Darsteller des toten Filmemachers in seiner Sterbeposition verharrt. Da wir allerdings sehr viele Einzelbilder schießen müssen, – immerhin handelt es sich bei diesem Film um 12,5 Bilder die Sekunde – wäre es von jedem lebenden Wesen zu viel verlangt, über Tage und Wochen in gleicher Haltung und Position zu verharren. Wir brauchen also ein wirklich totes Wesen: Eine Puppe. Und genau da kommt der Maskenabguss ins Spiel.

Wir sind sehr froh, mit unserem Darsteller Mika Metz ein wahres Charaktergesicht gefunden zu haben. Bisher gab er sein Gesicht vor allem für Figuren des Horrorfilms („Die Boten des Todes„, „The Curse of Doctor Wolffenstein„). Und das zu Recht: Wenn Mika das Monstrum mimt, brennt sich das Gesicht des Bösen schnell in die Netzhaut seiner Zuschauer. Auch in „Der Tod des Filmemachers“ wird Mika seinen unverwechselbaren Gesichtsausdruck der Rolle des Filmemachers leihen. Und weil ein markantes Gesicht wie das Seine einen hohen Wiedererkennungswert hat, muss die Puppe des toten Filmemachers dem Kopf von Mika zum verwechseln ähnlich sehen.

Die Puppe baut die professionelle Maskenbildernerin Ina Chochol. Wie der Kopfguss abläuft und wie so etwas aussieht, könnt ihr den folgenden Bildern entnehmen.

SONY DSC SONY DSCDSC02173 DSC02175 DSC02178 DSC02179 DSC02184 DSC02185 DSC02196 DSC02201 DSC02208 DSC02234 DSC02247 DSC02265

Es wurden auch keine Kosten und Mühen gespart, um ebenfalls einen Abguss von Mikas Händen anzufertigen. Die Replikation dieser ist für die Puppe nötig, da in manchen Bildern eine Hand zu sehen sein wird. Auch diese darf Haltung und Position im Laufe der Dreharbeiten natürlich nicht verändern.

DSC02271 DSC02272 SONY DSC DSC02320

Und hier das Ergebnis des langen Stillhaltens:

11054310_910437885664310_8390302949807603208_n

11193356_910437892330976_8141032321741416863_n

29

Wirklich täuschend echt. Fehlen nur noch die Kopfhaare und der Bart. Jetzt haben wir eine Leiche im Keller.

Das Team von „Der Tod des Filmemachers“ wünscht euch – bis auf Weiteres – ein schönes verlängertes Wochenende! Bis bald!

(Vielen Dank für die Fotos an Thomas Rößler)

Köpfe und andere Körperteile

Wie Fred in unserem Pitchvideo bereits erwähnt hat, „klappt das mit der Mundbewegung noch nicht so richtig“. Die Animation der Köpfe in Der Tod des Filmemachers ist aus vielfachen Gründen eine große Herausforderung, die mehr bedarf, als bloß einen Kopf zu drücken.

Bei einem Film werden mehrere Einzelbilder so schnell hintereinander gezeigt, dass dadurch die Illusion einer flüssigen Bewegung erzeugt wird. Um die Illusion einer flüssigen Mundbewegung zu erzeugen, gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Entweder ist der auf den Bildern gezeigte Kopf selbst verformbar, wobei derselbe Kopf für jedes Bild minimal verändert wird und dadurch beweglich erscheint. Oder – und so machen wir es bei Der Tod des Filmemachers –  Teile des Kopfes sind austauschbar, wobei für jede gewünschte Mimik ein anderer Kopf bzw. andere Teile an den Kopf angebracht werden.

Zunächst entstanden grobe Skizzen für die Hauptfiguren Fred, Tanja und Chris.
Kopfskizzen
Fest steht, dass die Köpfe mit kleinen Miniaturaugen versehen werden sollen, deren Blickrichtung anpassbar ist. Um die Emotionen der Figur sichtbar zu machen, braucht es noch weitere Möglichkeiten, die notwendige Mimik von Bild zu Bild auszudrücken. Entscheidend ist dabei neben der Fähigkeit, den Mund zu bewegen, auch die Beweglichkeit der Augenbrauen.
Bein GußNicht zuletzt aus Kostengründen setzten wir uns zunächst mit einem Silikongießverfahren auseinander, bei dem es möglich sein sollte, die Augenbrauen und den Mund mittels flexiblen Drähten zu animieren. Zunächst muss dabei eine Positivform modelliert und anschließend mit Gips gegossen werden. Später kommen die Armatur aus Kugelgelenken bzw. gezwirbeltem Draht in die Gussform. Diese wird dann mit Silikon eingegossen, das in einem zum jeweiligen Protagonisten passenden Hautton eingefärbt wurde. Dieses Verfahren eignet sich wegen der Materialeigenschaften und der Handhabung sehr gut für Arme und Beine. Für den Kopf bedarf es allerdings einer anderen Technik. Tests ergaben, dass unsere Köpfe, mit einer Größe von drei Zentimetern, zu filigran sind, um sie mit Draht funktional auszustatten.
Tanja early (2)

Hand Gießen Silikon

Für unsere Köpfe ist es deshalb am praktikabelsten, das sogenannte Replecementverfahren zu benutzen. In unserem Fall bestehen die Köpfe aus drei Teilen: dem Hinterkopf, in dem die Augen sitzen, einer Gesichtsmaske, die jeweils eine andere Augenbrauenstellung beinhaltet, und zuletzt aus dem Mund. Durch diese Aufteilung brauchen wir nur einen universellen Hinterkopf, auf den je nach Emotion die passende Maske und der passende Mund kommen. Vorteilhaft an diesem Verfahren ist auch, dass alle Münder mit allen Masken kompatibel sind. So kann also die Mundbewegung auf denselben Gesichtsausdruck animiert werden, ohne ständig den gesamten Kopf austauschen zu müssen.

Kopf herstellung Skizze

Wir sind sehr gespannt darauf, euch bald die ersten Testergebnisse dieses Verfahrens zeigen zu können.