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Die Puppe Fredelius wacht ohne Erinnerungen in der Filmwerkstatt seines Meisters auf. Fredelius – unschuldig und gutherzig - muss bald feststellen, dass er konstruiert wurde, um die Rolle des Superschurkens zu spielen. Hilft ihm sein neues Bewusstsein, den Verlauf der Dinge zu ändern?

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In einer explosiven Mischung aus Arthouse- und Genrekino erzählt Der Tod des Filmemachers eine Parabel über den freien Willen und die Selbstbestimmung des Menschen. Die Figur wird sich ihrer Materialität und Rolle bewusst. Fortan versucht sie, dagegen zu rebellieren. Die Machart des Films verflechtet dabei Form und Inhalt auf besondere Weise: Bei dem Trip in der Miniaturwelt spielt das „Gemacht-Sein“ immer mit und treibt den Plot voran. Der besondere Reiz des Projekts liegt im Mix aus spielerischem Umgang mit Medium und Genrekonventionen sowie dem (tod-)ernsten Diskurs über Selbstbestimmung und Fatalismus.

Der Tod des Filmemachers (The Death of the Filmmaker) ist ein Stop-Motion-Animationsfilm mit Puppen. Der Film ist die Master-Abschlussarbeit von Cornelius Koch im Studiengang Zeitbasierte Medien an der Hochschule-Mainz. Sie wird gefördert durch die Nachwuchsmedienförderung Rheinland-Pfalz und konnte eine Startnext Kapagne erfolgreich abschließen. Der Produktionzeitraum liegt von 2014 bis 2018.

Umsetzung
fred köpfeMithilfe des Stop-Motion-Verfahrens werden die toten Puppen zum Leben erweckt. Diese beinahe schon archaische Methode der Filmproduktion wird gepaart mit den Möglichkeiten der digitalen Bildmanipulation.  Allerdings gilt stets die Prämisse, dass möglichst viel analog – also „in camera“ – aufgenommen wird, um die technischen Möglichkeiten der Fotographie  voll auszuschöpfen.

Die Entstehung der Puppen
Aufbauend auf einem Kugelgelenk-Skelett, wurden die Metallteile mit Schaumstoff überzogen und mit selbstgenähter Kleidung versehen. Für die beweglichen Hautpartien wurde Silikon benutzt. Um einen großen Spielraum mimischer Darstellbarkeit zu erreichen, wurde auf eine modulare Replacement-Methode gesetzt, welche ermöglicht Gesichter und Münder auszutauschen. Eine Besonderheit ist die lebensgroße Puppe des toten Filmemachers, die im Lifecast-Verfahren von der professionellen Maskenbildnerin Ina Chochol hergestellt wurde. So konnte die "Leiche" über Monate in einem Filmset liegen und begehbares Objekt für Animationsfiguren werden.

Set-Design
Zwischen 2014  und 2017 entstand auf dem Gelände der alten Waggonfabrik, einer ehemaligen Panzerproduktionsstätte, in Mainz-Mombach eine neue Welt. Das Set-Design ist einerseits inspiriert von einschlägigen Agentenfilmen, andererseits von den Gegebenheiten des Mainzer Industriegeländes. Mit Blick auf eine möglichst kostengünstige Produktion wurde Upcycling zur Methode der Setherstellung erhoben. So konnte ein Großteil der Ausstattung für das industrielle Filminterieur rund um das Gewerbegebiet gefunden werden. Ein Spülmaschinenfilter wurde zum Säurekessel, ein Feuerlöscher zur Atombombe. Dabei halfen Werkzeuge und Farben sowie der Perspektivwechsel zum Maßstab 1:9.

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Zielgruppe und Vermarktung
Im Zeitalter der Computeranimation setzt Der Tod des Filmemachers auf die Kraft der handgemachten Filmproduktion und räumt dabei mit dem Vorurteil einer kindlichen Zielgruppe bei Animationsfilmen auf. Der Film begeistert mit viel Charme, Witz und Liebe zum Detail. Er richtet sich sowohl an Genreliebhaber, Animationsfilmfans, als auch Arthouse-Enthusiasten. Eine großangelegte Festivalauswertung gehört ebenso zu den Zielen, wie Fernsehlizenzen zu verkaufen und den Film als Video-On-Demand anzubieten.

Personenvorstellung
Portfolio von Cornelius Koch

cornelius kochDer Filmemacher Cornelius Koch wurde am 11.09.1988 in Berlin-Wilmersdorf geboren. Mit bereits 12 Jahren hatte er seine ersten Gehversuche mit Animationsfilmen. Die archaische Technik der Stop-Motion-Animation begleitet ihn seither – sei es in Form von Legofiguren, Barbiepuppen, Silhouetten oder Knetmännchen.

Als Mitbegründer des deutschsprachigen Legofilm-Forums Brickboard, legte er 2004 den Grundstein für eine bis heute aktive Brickfilmszene in Deutschland. Mit 16 Jahren gewann er mit dem Film „Der Auftrag“ (2005) den ersten Preis der Jury auf dem Filmfestival "Steinerei".
Zwischen 2009 und 2013 studierte er Filmwissenschaft und Philosophie an der Universität Mainz. Seit 2013 setzt er das Studium mit dem konsekutiven Master Zeitbasierte Medien bei der HS Mainz fort. Seine Passion für Animationsfilme gibt er durch Workshops in ganz Deutschland und Seminaren an Hochschulen weiter.
Er arbeitete als Set-Aufnahmeleiter, Kameramann, Tonmeister, Filmkomponist und Sounddesigner bei verschiedensten Filmprojekten. U.a. entstanden weitere Stop-Motion Produktionen wie „Willi Alarm“ (2012), ein Musikvideo mit Barbiefiguren, „Das Märchen vom Fluss“ (2013), ein Silhouetten Animationsfilm, "iWater" (2015), ein konsumkritischer Legofilm.

Cast
Fredelius - Detlef Bierstedt
Chris Cleeve - Martin Keßler
Tanja Titow - Katrin Fröhlich
Filmemacher - Mika Metz
1. Wissenschaftler: Viktor Neumann
2. Wissenschaftler: Lutz Schnell
Söldner 1: Tim Sander
Söldner 2: Marcel Collé
Söldner 3/Söldner X: Oliver Feld

michael metzIn Gedenken an
Der Film Der Tod des Filmemachers ist dem Schauspieler Mika Metz gewidmet, der den Filmemacher gespielt hat und während der Produktionszeit verstorben ist.